Pressemitteilung - Klarstellung der Liberalen Hochschulgruppe zur Nichteinrichtung eines Feministischen Frauen- und Lesbenreferates

„Der AStA der Universität Trier versucht von eigenen Versäumnissen abzulenken“

 

Trier, 9. Februar 2012. Die Liberale Hochschulgruppe an der Universität Trier (ULI-LHG) weist den Vorwurf entschieden von sich, aus sexistischen oder homophoben Motiven gegen die Einrichtung eines Feministischen Frauen- und Lesbenreferates gestimmt zu haben. Vielmehr bezweifelt sie aufgrund des Attributes „feministisch“ die Akzeptanz des Referates unter den weiblichen Studierenden an der Universität.

 

Die Sitzung des Studierendenparlaments am Dienstag wurde nach etwa drei Stunden von der AStA-tragenden Koalition aus Juso-HSG, Grünem Campus und Linker Liste abgebrochen, die mit nur 12 Abgeordneten vertreten war. Vorangegangen war die gescheiterte Einrichtung eines feministischen Frauen- und Lesbenreferats, die nun allein der Opposition angelastet wird.

Die Haltung der drei oppositionellen Fraktionen, auch der ULI-LHG, zu einem Referat mit dem Titel "feministisch" war im Vorfeld aber schon lange bekannt gewesen. Auch der Hinweis, dass dieser häufig negativ besetzt ist, wurde in der Diskussion angeführt.

 

Der Auftritt der potenziellen Referentin trug ebenfalls nicht dazu bei, diese Haltung zu ändern. Im Gegenteil: der geringe Frauenanteil in Fächern wie Informatik wurde auf Diskriminierung der weiblichen Studierenden zurückgeführt. Andreas Oster, Abgeordneter der ULI-LHG-Fraktion im Studierendenparlament, sagte hierzu: „Gleichberechtigung ist aber nicht an einer Quote zu messen, die in diesem Fall eher unterschiedliche Interessenlagen widerspiegelt.“

 

Diskrimierungen außerhalb der Studienzeit, etwa in Beruf und Schule wurden als Gründe für die angebliche Notwendigkeit des Referats herangezogen, also Sachverhalte, die kaum mit Vertretung studentischer Interessen, sondern eher mit allgemeinpolitischem Anspruch zu vereinbaren sind. Zumal realistische Einflussmöglichkeiten in diesen Bereichen aus einem AStA-Referat kaum mehr als Wunschtraum sind. Von daher entschied sich die ULI-LHG-Fraktion, wie die Fraktionen des RCDS und AUS, nicht für die Einrichtung zu stimmen.

 

Vorwürfe, wie sie kürzlich von Provinzpolitikern aus der Linkspartei geäußert wurden, die Nichteinrichtung sei ein Schritt ins Mittelalter, zeugen von Realitätsferne. Dass trotz eines Frauenanteils von etwa 60% aller Studierender die Teilnehmerzahl an Frauen-Vollversammlungen teilweise nur einstellig ausfällt, ist wohl kaum auf Diskriminierung zurückzuführen, sondern eher darauf, dass die Notwendigkeit eines solchen Referats bei den meisten weiblichen Studierenden noch weit weniger gesehen wird als die der Verfassten Studierendenschaft. „Die AStA-tragende Koalition versucht vielmehr von eigenen Versäumnissen abzulenken und die Opposition zu diffamieren statt nach den eigentlichen Gründen für die ablehnende Haltung zu fragen“, so Andreas Lehrfeld, der Vorsitzende der ULI-LHG.