AStA muss Konsequenzen ziehen

Offener Brief der ULI-LHG

An

die Mitglieder des Studierendenparlamentes der Universität Trier

die Mitglieder des AStA der Universität Trier

die Studierenden der Universität Trier

die Presse

die interessierte Öffentlichkeit

Matthias Wolfger, Vorsitzender der ULI-LHG
Matthias Wolfger, Vorsitzender der ULI-LHG

Am 18.07.2014 veranstaltete der AStA der Universität Trier im Exhaus das Astatic-Festival, bei dem neben Livebands und anderen kulturellen Darbietungen auch zwangsverordnete vegane bzw. vegetarische Küche angeboten wurde. Sich bei der Planung an bereits erfolgreichen Partyformaten zu orientieren kam den Verantwortlichen aus ideologischen Gründen dabei nicht in den Sinn. Das Budget, das aus den Mitteln der Studierenden dafür bereitgestellt wurde, betrug 30.000 € und man rechnete mit einem Überschuss von etwas mehr als 3.000 €. Nach fast einem Monat, sind nun endlich zumindest ein paar Zahlen bekannt geworden. Dass mit einem Überschuss nicht mehr gerechnet werden konnte, war schon eine Weile vor dem Festival klar, die tatsächlichen Zahlen sind jedoch wirklich erschreckend: Über 20.000 € beträgt höchstwahrscheinlich der Schaden, den nun die Studierendenschaft zu tragen hat. Von den rund 14900 Studierenden besuchten weniger als 500 das Festival, gerechnet hatte man auf Seiten des AStA mit 2.500. Das dieses Ziel wohl nicht erreicht werden kann war, wie gesagt, abzusehen, denn bereits Wochen vorher verlief der Kartenverkauf katastrophal. Um das Festival jedoch nicht zusätzlich zu gefährden und damit der Studierendenschaft zusätzlichen finanziellen Schaden zu ersparen, hielt sich die ULI-LHG mit offener Kritik jenseits von Sitzungen des Studierendenparlamentes zu diesem Zeitpunkt zurück.

Nach fast einem Monat erwarten wir jedoch endlich Transparenz, ein Abwickeln und Aussitzen im Hinterzimmer werden wir nicht zulassen. Es ist das Geld der Studierenden, mit dem hier leichtsinnig umgegangen wurde. Deshalb wenden wir uns mit diesem Brief an die Öffentlichkeit. Die Ursachen für diese Felentwicklung müssen nun aufgearbeitet und die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Die ULI-LHG fordert deshalb:

 

  • Offenlegung aller Zahlen und Verluste und eine genaue Auskunft darüber, zu welchem Zeitpunkt diese Verluste abzusehen und ggf. durch eine Absage des Festivals noch hätten minimiert werden können.
  • keine Gefährdung der beliebten und im Gegensatz zum AstAtic gewinnbringenden AB-Foyer-Party
  • ein Ende der veganen/vegetarischen Zwangsbeglückung bei AStA-Veranstaltungen. Das Astatic hat mehr als eindrucksvoll bewiesen, dass die Studierenden dies nicht wollen und der AStA ist nicht zur Erziehung zu veganer Ernährungsweise da, sondern zur Vertretung der Interessen der Studierenden

 

Als ersten Schritt dahin wird die ULI-LHG daher einen Dringlichkeitsantrag mit den oben genannten Forderungen in der kommenden Sitzung des Studierendenparlaments einbringen. Wir fordern alle Mitglieder des Studierendenparlamentes, sowie alle an der Planung und Umsetzung des Astatic-Festivals beteiligten Personen auf, sich an der Aufarbeitung konstruktiv zu beteiligen.

 

Außerdem muss geklärt werden, inwiefern das Koordinierende Mitglied und das Finanzreferat hierbei eine Mitverantwortung tragen. Dort muss man sich die Fragen gefallen lassen, weshalb man einem so windigen Konzept ohne Bedenken zugestimmt hat und wieso man nicht zu einem früheren Zeitpunkt die Reißleine gezogen oder zumindest eine genaue Kalkulation im Hinblick auf die Kosten einer Absage eingefordert hat. Man muss unterstellen, dass durch das Festhalten an der Durchführung des AstAtic ein finanzieller Schaden für die Studierendenschaft ab einem bestimmten Zeitpunkt mutwillig in Kauf genommen wurde. Dass durch ihren Rücktritt letztlich nur die Kulturreferentin die notwendigen Konsequenzen aus dem Astatic-Desaster ziehen muss ist ihr und dem offenbar völlig überforderten Kulturreferat gegenüber mehr als unfair. Das Ausbleiben vergleichbarer Maßnahmen durch das Koordinierende Mitglied oder die Finanzreferentin, die eben mindestens zu gleichen Teilen die Verantwortung für die Verschwendung studentischer Gelder tragen, lässt den Rücktritt der Kulturreferentin lediglich als Bauernopfer erscheinen.

 

Wir wünschen uns, dass in Zukunft wieder mehr Verantwortungsbewusstsein in Bezug auf den Umgang mit studentischen Geldern einkehrt. Es ist nicht das Geld des AStA oder des Studierendenparlamentes, dass verteilt wird, sondern das Geld aller Studierenden an der Universität Trier.

 

Die Mitglieder der Unabhängigen Liberalen Initiative - Liberale Hochschulgruppe (ULI-LHG)

Dringlichkeitsantrag zum Astatic-Festival für die Sitzung des Studierendenparlamentes
Stupa-Antrag-Astatic.pdf
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Kommentare: 4
  • #1

    Christian Jöricke (Donnerstag, 14 August 2014 14:36)

    Auf jedem anderen Fest hat man als Veganer schließlich auch die Möglichkeit, zwischen Bratwurst und Schwenkbraten zu wählen.

    Korrekte Auskünfte über die Beliebtheit vegetarischer oder veganer Gerichte bei Studenten kann übrigens Andreas Wagner vom Studiwerk geben. Ihn einfach mal z.B. über die letzte "Vegane Woche" an der Uni befragen.

  • #2

    David Hecken (Donnerstag, 14 August 2014 16:08)

    Persönlich haftbar machen, ansonsten sind solche finanziellen Entgleisungen mit anderer Leute Geldern durch Menschheitsbeglücker auch künftig nicht mehr zu vermeiden.

  • #3

    Vincent (Donnerstag, 14 August 2014 18:41)

    @Christian Jöricke
    Oder halt veganes Essen. Weiß nicht auf welchen Festivals du so unterwegs bist, aber grade auf Metal/Rock-Festivals und allem was so an Subgenres dazugehört gibt es schon seit Jahren immer vegetarische und vegane Kost.
    Desweiteren sollte man anführen, dass auf "normalen" Festen veganes/vegetarisches Essen nicht verbannt wird, wie es beim AstAtic mit Tierprodukten geschehen ist.
    So viel dazu...

    Zum Artikel
    Ist schon echt ein starkes Stück an einem Projekt festzuhalten, bei dem man ab einem gewissen Zeitpunkt gesehen haben muss, dass das finanziell doch eher bedenklich wird. Wieder mal ein Versagen aller beteiligten Stellen (wie es scheint). Berlin, Hamburg und Stuttgart lassen mitteilen, dass Trier in ihren erlesenen Kreis aufgenommen werden kann, sobal sie ein Millionen- oder Milliardenprojekt so verplanen.

  • #4

    Karl-Heinz August Bert (Freitag, 15 August 2014 16:33)

    Man könnte sich fragen, ob die Menschen, die tatsächlich behaupten, dass es eine richtige Entscheidung war nur veganes/vegetarisches Essen anzubieten oder dass der Misserfolg nicht damit zusammenhängt, an einem Realitätsverlust leiden.

    Schon nach kurzer Zeit war doch klar, dass diese Entscheidung vielen Studierenden gegen den Strich ging. So gab es bei Facebook eine Gruppe, die sich genau gegen diese Entscheidung richtet und sie war innerhalb von kurzer Zeit schon mir 80 Likes markiert, bis sie dann gelöscht wurde (scheinbar aufgrund zu vieler Meldungen seitens der, die Kritik unterdrücken und fürchten).

    Ich selbst und viele meiner Bekannten sind nicht hingegangen, weil eben diese Entscheidung getroffen wurde und uns dafür unser Geld auch zu schade war (auch wenn das jetzt etwas paradox ist) - und ich habe selbst nichts mit dem ASTA zu tun.

    Es ist doch logisch und selbstverständlich, dass es im Interesse der Studenten ist Fleisch und veganes/vegetarisches Essen anzubieten, denn dann ist die Auswahl am Größten und die meisten Wünsche sind gedeckt. Warum muss man dann seine Wertvorstellungen über die der Studierenden erheben?

    Ehrlich, manchmal könnte man aufgrund bestimmter Entscheidungen einigen Personen den Dunning-Kruger Effekt zuschreiben.